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Das Kinderkrankenhaus übernimmt seit 1. April 2016 die ambulante Palliativversorgung für Niederbayern und die angrenzenden Randbezirke

Zum Anschauen des Beitrages von ISAR TV vom 26. April 2016 über das Kinderpalliativteam beachten Sie bitte den Link am Ende des Textes!

Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen erteilte dem Kinderkrankenhaus einen Versorgungsvertrag. Somit kann die spezialisierte ambulante pädiatrische palliativmedizinische Versorgung (SAPV KJ) für Niederbayern und den angrenzenden Randbezirken zum 1. April 2016 starten.

In der pädiatrischen ambulanten Palliativversorgung werden Kinder und Jugendliche, sowie in Ausnahmefällen auch junge Erwachsene mit angeborenen Erkrankungen zu Hause aufsuchend betreut und behandelt. Die Patienten leiden an einer nicht heilbaren Erkrankung, die mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden und bereits weit fortgeschritten ist und einer aufwändigen, multiprofessionellen Versorgung bedürfen.

Die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt die Familie als Gesamtsystem. Dadurch wirkt die Palliativversorgung auch vorbeugend: Vermeidung von psychischer Überlastung, von psychischen Problemen der Geschwister und durch die Unterstützung in dem Trauerprozess. Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihre Familien benötigen umfassende medizinisch-pflegerische und psychosoziale Hilfe, um die extremen Belastungen bewältigen zu können, die sich aus der Diagnose und dem Krankheitsverlauf ergeben.

Ziel der Palliativmedizin ist nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, gewissenhafte Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden, die körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art sein können. Nach § 37 SGB V besteht ein gesetzlicher Anspruch auf diese spezielle Form der Versorgung, wobei „die besonderen Belange von Kindern zu berücksichtigen“ sind. Mit Ausnahme der Regierungsbezirke Unterfranken und Niederbayern gibt es in Bayern eine flächendeckende Versorgung mit Kinder-Palliativteams, die diese Betreuung übernehmen.

Seit etwa drei Jahren laufen im Kinderkrankenhaus St. Marien die Vorbereitungen für eine SAPPV Niederbayern auf Hochtouren. Alle beteiligten Mitarbeiterinnen haben die vorgeschriebenen, teilweise mehrjährigen Spezialausbildungen und Hospitationen absolviert. Gestärkt durch Supervisionen und Fallbesprechungen ist das Team bestens vorbereitet. Das Palliativteam besteht derzeit aus drei Ärztinnen, vier Kinderkrankenschwestern und ergänzend einer Sozialarbeiterin, einer Psychotherapeutin und einem Seelsorger.

Der Förderverein „Kinder-Palliativ-Hilfe Niederbayern“ hat das Kinderkrankenhaus nicht nur entscheidend zur Übernahme dieser Versorgung motiviert, sondern auch finanziell maßgeblich unterstützt. So wurden beispielsweise Ausbildungskosten übernommen und ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Der Geschäftsführer des Kinderkrankenhauses, Bernhard Brand, bedankt sich bei dem Förderverein: „Ohne die Unterstützung durch den Förderverein wären wir dieses Wagnis nicht eingegangen. Die unzureichende Vergütung durch die Krankenkassen führt zwangsläufig zu einer dauerhaften Unterdeckung. Wir prognostizieren hier einen Fehlbetrag von jährlich etwa 100.000 €.

Gleichwohl sehen sich das Kinderkrankenhaus und auch der Alleingesellschafter, die Kongregation der Solanusschwestern, in der Pflicht, die Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien in den schwersten Stunden nicht im Stich zu lassen. Der Ärztliche Direktor, Dr. Reinhard Herterich, freut sich sehr darüber, nun auch für Niederbayern und die angrenzenden Bezirke diese Versorgungslücke ab April 2016 schließen zu können: „Die Kinder und Jugendliche sowie deren Familien haben einen gesetzlichen Anspruch auf diese hochprofessionelle Hilfeleistung. Wir als Kinderkrankenhaus übernehmen diese in Verantwortung und Fürsorge für die Patienten in aller Konsequenz“.

 

 

2019-09-13T10:11:44+02:00 8. März 2016|Aktuelles, Presse|