Kinderrheumatologie

Link zur –> Einrichtungsauswertung der Kerndokumentation rheumakranker Kinder und Jugendlicher / Mai 2016

Die Abteilung für Kinderrheumatologie beschäftigt sich mit allen Erkrankungen des sogenannten „rheumatischen Formenkreises“ des Kindes- und Jugendalters.

Der Begriff „Rheuma“ umfasst eine Vielzahl an verschiedenen Erkrankungen der Gelenke, Muskulatur, Bindegewebe, Sehnen und auch innerer Organe und betrifft nicht nur Erwachsene. Zum rheumatischen Formenkreis gehören entzündliche Gelenkerkrankungen („Arthritis“), Autoimmunerkrankungen, die innere Organe, Muskulatur, Haut und das Bindegewebe betreffen ( z.B. „systemische Arthritis“, „Kollagenosen“, „systemischer Lupus erythematodes“ etc.) und Entzündungen der Gefäße („Vaskulitis“).

Derzeit leiden in Deutschland mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche an einer rheumatischen Erkrankung der Gelenke oder innerer Organe. Gelenkschmerzen sind einer der häufigsten Vorstellungsgründe von Kindern bei ihrem betreuenden Arzt. Nicht immer ist eine rheumatische Erkrankung Ursache für die Gelenkschmerzen, aber pro Jahr erkrankt eines von 1000 Kindern in Deutschland  an einer Gelenkentzündung. Die meisten dieser Kinder können heutzutage überwiegend ambulant betreut werden. Auch hier in Landshut bietet eine kinder- und jugendrheumatologische Ambulanz die Möglichkeit der ambulanten Patientenbetreuung.

Neben der Betreuung der Patienten mit nachgewiesenen rheumatologischen Erkrankungen ist ein großer Teil unseres Aufgabengebietes in der Ambulanz die Abklärung unklarer Gelenkschmerzen oder –schwellungen, sogenannter „Wachstumsschmerzen“ und sonstigen Knochen- oder Muskelschmerzen.

Außerdem wird in der Ambulanz für Kinder- und Jugendrheumatologie eine heimatnahe Nachbetreuung chronisch kranker Kinder und Jugendlicher mit rheumatischen Gelenk- und Systemerkrankungen nach stationärer Behandlung möglich gemacht.


Rheuma_logoBerendes

Leitung
Oberarzt Dr. Rainer Berendes

E-mail
kinderrheumatologie@st-marien-la.de

Tel
0871 / 852 1287

Einrichtungsauswertung des Deutschen Rheumaforschungszentrums in Berlin


Da wir die einzige kinderrheumatologische Ambulanz unter Betreuung eines ausgebildeten Kinder- und Jugendrheumatologen in Niederbayern anbieten, erstreckt sich das Einzugsgebiet weit über die Grenzen Landshuts und dessen Landkreis.

Aufgabengebiet unserer Ambulanz:

  • Abklärung unklarer Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Untersuchung bei sog. „Wachstumsschmerzen“
  • Abklärung von nichttraumatischen Gelenkschwellungen
  • Abklärung eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit
  • Abklärung bei unklaren, immer wiederkehrenden Fieberschüben
  • Fachgerechte Langzeitbetreuung von allen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Fachübergreifende gemeinsame Sprechstunde von Physiotherapeutin und Arzt bei Patienten, die in unserer Physiotherapie ambulant betreut werden
  • Diagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung von Gefäßentzündungen („Vaskulitis“)
  • Diagnostik und Langzeitbetreuung von Fiebersyndromen
  • Diagnostik und Therapie bei Gelenkentzündungen durch Borreliose
  • Langzeitbetreuung von nichtbakteriellen Osteitiden (z.B. CRMO)

 

Leider lässt es sich aber nicht in jedem Fall umgehen, dass eine stationäre Aufnahme erforderlich wird.

In der Kinderrheumatologie Landshut werden alle Krankheitsbilder des rheumatischen Formenkreises – mit Ausnahme der generalisierten Schmerzsyndrome – bei Bedarf auch stationär behandelt.

Dies betrifft vor allem schwerere Verläufe in der Anfangszeit, die eine teilweise Gabe der Medikamente in die Vene ( i.V.) oder / und eine besonders intensive Überwachung erfoderlich machen. Manchmal ist aber auch ein stationärer Aufenthalt zu umfangreichen Untersuchungen, die ambulant sehr schwierig durchführbar sind, notwendig.

Die Patienten werden dann im Normalfall auf einer unseren Kinder- und Jugendstationen aufgenommen, die bei Bedarf auch die Möglichkeit einer Isolierung bieten. Dies kann manchmal notwendig sein, wenn die Kinder aufgrund der Medikamente eine besondere Anfälligkeit für Infektionserkrankungen haben, die sogenannte „Umkehrisolation“.

Alle Einzelschritte in der Behandlung der Rheumapatienten werden von den Stationsärzten in Zusammenarbeit mit kinderrheumatologisch erfahrenem ärztlichem Personal geplant.

Natürlich bietet sich auch bei Bedarf bei sehr schweren Verläufen die Möglichkeit, einen Patienten auf unserer Intensivstation zu betreuen. Auch dort werden die Kinder zusätzlich zu den Intensivärzten durch einen Kinder- und Jugendrheumatologen oder einen in der Kinderrheumatologie versierten Arzt / Ärztin mitbetreut.

Kortisongaben in ein Gelenk sind eine gängige und sehr effektive Therapiemaßnahme in der Rheumatologie. Auch in unserer Kinderrheumatologie wird diese Maßnahme regelmäßig angewendet. Besonders bei kleineren Patienten ist der Erfolg nach einer solchen Therapie sehr stark von der Nachbetreuung abhängig. Aus diesem Grund wird diese Therapie in unserem Haus in einen meist kurz dauernden – einige Tage – stationären Aufenthalt durchgeführt. Die Patienten erhalten zu diesem Eingriff eine kurze tiefe Sedierung und werden dabei kontinuierlich von einem Narkosearzt betreut.

Um den stationären Patienten eine umfassende Therapie anbieten zu können, wurde die Ausstattung der Stationen und der Physiotherapie auf die Bedürfnisse der Rheumakinder abgestellt.

Im Einzelnen werden speziell für die Rheumapatienten folgende Einrichtungen vorgehalten:

  • Schedepferdchen für die Gelenkentlastung bei Kleinkindern
  • Laufräder für die Gelenkentlastung bei Klein- und Schulkindern
  • Sitzroller für die Gelenkentlastung bei Schulkindern
  • Fangoofen
  • Schlingentisch
  • TENS
  • therapeutischer Ultraschall
  • Galileo ®- Vibrationstrainer
  • hochauflösende Ultraschallsonde speziell für kleine Gelenke ( „hockey-stick“)

Die mit der Behandlung rheumakranker Kinder betrauten Physiotherapeutinnen arbeiten nach den Garmischer Behandlungskonzept,
das in speziellen Kursen im deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie erlernt wurde.

Die angefügte Liste zeigt einige Gründe, die eine stationäre Behandlung rheumakranker Kinder erforderlich oder sinnvoll machen:

  • hoher diagnostischer Aufwand ( viele verschiedene oder umfangreiche Untersuchungen)
    (z.B. Knochenmarksuntersuchung, Nervenwasseruntersuchung etc.)
  • Einleitung einer intensiven entzündungshemmenden Therapie (Steroide, Basistherapie)
  • Kortisoneinspritzung in Gelenke
  • interdisziplinäre Behandlung mit anderen Spezialgebieten, z.B. Gastroenterologie, Kardiologie etc.

Wir sind in jedem Fall bemüht, den stationären Aufenhalt so kurz und gleichzeitig so unbelastend wie möglich für unsere Patienten und deren Begleiter zu gestalten.

Weitere interessante Informationen für rheumakranke Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern siehe auch unter der Rubrik „Links“.

Scheuen Sie sich nicht, uns zu Fragen rund um eine stationäre oder ambulante Betreuung zum Thema „Kinderrheumatologie“ zu kontaktieren