Kinderurologie

Im Vordergrund der Urologie des Kindesalters stehen angeborene Fehlbildungen, die mit einer Harntransportstörung (HTS) verbunden sind. Eine HTS wird häufig bereits vor der Geburt durch eine Ultraschalluntersuchung der Mutter diagnostiziert. Bestätigt sich die Diagnose nach der Geburt, erfolgt die weitere Diagnostik.

Ursachen einer HTS können Engen (Stenosen) des Harnleiters an seinem Abgang aus dem Nierenbecken oder mündungsnah in der Blasenwand sein. Eine weitere Ursache einer sonografischen Stauungsniere ist der Rückfluss des Urins von der Blase in den Harnleiter und die Niere der betroffenen Seite, der Vesico-Ureterale-Reflux (VUR).

Eine bestehende Hanrtransportstörung begünstigt das Auftreten von Harnwegsinfektionen, die im Kindesalter eher selten vorkommen, so dass ein nachgewiesener Harnwegsinfekt kinderurologisch abgeklärt werden sollte.

Für die folgenden Untersuchungen besitzt der Leiter der Ambulanz eine persönliche Ermächtigung.

  • Kinderurologische Sonografie
  • Spezielle kinderurologische Röntgendiagnostik mit
  • Miktionscysturethrografie (MCU)
  • Intravenöse Ausscheidungsurografie (AUG)
Steup

Leitung
Oberarzt Patrick Steup

Anmeldung
Tel: 0871 852-1210
eMail: kinderurologie@st-marien-la.de

Sprechstunde
Mittwoch 8 bis 13 Uhr
Bei Notfällen sofortige Vorstellung nach telefonischer Vereinbarung jederzeit möglich.


MCU:    Bei der MCU wird ein dünner Katheter in die Harnblase geführt und diese unter Röntgendurchleuchtungskontrolle mit Kontrastmittel gefüllt. Ist ein VUR die Ursache der Harntransportstörung, stellen sich in der MCU auch Harnleiter und Nierenbeckenkelchsystem dar.

AUG:    Bei dieser Untersuchung wird nach einer intravenösen Kontrastmittelgabe das Kontrastmittel von den Nieren ausgeschieden. Röntgenaufnahmen zeigen die Funktion und den Abfluss der Nieren und, in Ergänzung zur Sonografie, das ganze harnableitende System in seiner Kontinuität.

Mit Kenntnis der genauen Diagnose wird ein Therapieplan erstellt.

Nicht jede kinderurologische Erkrankung, die eine Harntransportstörung zeigt, bedarf einer sofortigen operativen Intervention. Wenn sich die Notwendigkeit einer Operation ergibt, kann diese in unserem Krankenhaus erfolgen.

„Kleinere“ kinderurologische Operationen erfolgen in der Regel im Rahmen der persönlichen Ermächtigung von Oberarzt Steup ambulant.

Für „größere“ Eingriffe an den harnableitenden Organen steht in der Kinderchirurgischen Abteilung ein erfahrenes Team aus Fachärzten für Kinderchirurgie/Kinderurologie und extra geschulten Pflegekräften auf der Station und im OP zur Verfügung.

Die postoperative Nachsorge und die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bis zur Adoleszenz sind ein weiterer Schwerpunkt der kinderurologischen Ambulanz.

Die Betreuung kinderurologischer Patienten „in einer Hand“ von der Diagnostik mit Sonografie und Radiologie, über die ambulante oder stationäre Operation bis zur ambulanten Nachsorge durch einen speziell ausgebildeten Facharzt für Kinderchirurgie/Kinderurologie ist, nach Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, bayernweit in dieser Form einzigartig.

Kinderurologische Probleme, die ohne HTS einhergehen, wie Hodenhochstand, Leistenbruch, Hypospadie, Varicocele und Vorhautverengung bedürfen meist keiner weiterer sonografischer oder radiologischer Bildgebung und Abklärung. Die Diagnostik und Therapieplanung dieser Erkrankungen erfolgt in unserem Haus über die Chefärztliche, Kinderchirurgische Ermächtigungssprechstunde.