Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Eine jahrtausendealte Heilmethode

Bei der traditionellen chinesischen Medizin handelt es sich um eine Jahrtausend alte Heilmethode, welche jeden Menschen als Individuum ansieht. Der Mensch wird als Einheit gesehen – ohne Trennung zwischen Körper, Geist und Seele.

Yin und Yang   Leben im Gleichgewicht

Erkrankungen entstehen durch ein Ungleichgewicht des Zusammenspiels von Yin und Yang. Dieses auch in der westlichen Welt bekannte Symbol steht für ein traditionelles Ordnungsprinzip der chinesischen Weltsicht: Tag und Nacht, Sonne und Regen, Freude und Leid wechseln sich in unserem Leben ab. Die schönsten Momente lernen wir besonders dann zu schätzen, wenn wir zuvor tiefes Leid erfahren haben. Diese Gegensätze bringen sich wechselseitig hervor, bedingen sich gegenseitig. Das eine kann nicht ohne das andere existieren – ohne Licht gibt es keinen Schatten.

Ein Ungleichgewicht von Yin und Yang kann in unserem Körper durch äußere wie auch innere (krankmachende) Einflüsse entstehen.

In der chinesischen Medizin werden fünf verschiedene Therapieverfahren angewendet: Arzneimitteltherapie, manuelle Therapie, Ernährung, Bewegung und Akupunktur/Moxibustion.

Unter diesen stellt die Akupunktur im Westen das bekannteste Verfahren dar.

Akupunktur auch bei Ihrem Kind?

Informationsblatt

Basierend auf der Idee von Yin und Yang ist es das Ziel der Akupunktur, gestörte Energien, welche sich z.B. in Schmerzen äußern, wieder zu harmonisieren. Hierzu werden mit Hilfe sehr feiner Nadeln bestimmt Punkte auf sogenannten Energiebahnen (Meridiane) stimuliert, um den harmonischen Energiefluss wieder herzustellen und die Selbstregulation der Organe gezielt zu aktivieren. Eine Stimulation der Akupunkturpunkte kann auch mittels Laser-Akupunktur oder Massage (Akupressur) erfolgen.
Wissenschaftlich gesicherte Wirkung

Wissenschaftlich ist die Akupunktur bereits sehr gut untersucht und vor allem die schmerzlindernde Wirkung mittels experimenteller Untersuchungen gut verstanden. Neben Reflexverschaltungen im Bereich des Rückenmarks und des Gehirns sind vor allem die Ausschüttung körpereigener Hormone wie Endomorphin und Serotonin an der verbesserten Schmerzverarbeitung und -wahrnehmung beteiligt. Auch anti-entzündliche und anti-allergische Wirkungen konnten wissenschaftlich belegt werden. Hier spielt die Stimulation bestimmter weißer Blutkörperchen und Immunglobuline eine entscheidende Rolle. Ein weiterer Wirkmechanismus liegt in der entspannenden Wirkung auf die Muskulatur. Auch hier ist eine erhöhte Ausschüttung von Serotonin nachweisbar.

 

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für ihr Kind

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Liste der möglichen Indikationen für eine Akupunkturbehandlung lang: Neben der begleitenden Therapie bei akuten Erkrankungen (z.B. der Atemwege) erfolgt der Einsatz vor allem auch zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen wie:

 
  • Allergien, Heuschnupfen
  • Asthma
  • Ekzemen (auch Neurodermitis)
  • Drei-Monats-Koliken
  • Schlafstörungen
  • Infektanfälligkeit, insbesondere rezidivierenden Erkrankungen der oberen Atemwege
  • Prüfungsangst
  • Verdauungsproblemen
  • Bettnässen
  • Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten
  • Übergewicht
  • Schmerzen jeglicher Art, insbesondere chronischen Kopfschmerzen, Migräne, Bauchschmerzen

 

Zusätzliche Angebote

Neben der Therapie mittels Akupunktur bieten wir Ihnen im Bereich der traditionell chinesischen Medizin auch Behandlungen mittels GuaSha (chinesische Schabmassage) sowie Schröpfen und Schröpfkopfmassagen an. Diese Verfahren verursachen eine verstärkte Durchblutung der Haut, Muskelverspannungen können gelöst und Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates deutlich gelindert werden. Auch bei Erkältungen und chronischen Erkrankungen der Atemwege stellt diese Technik eine wirksame unterstützende Therapie dar.

Auch andere naturheilkundliche Verfahren können ergänzend zur Akupunktur angewendet werden (siehe auch „Naturheilverfahren“).

Ablauf der Behandlung

Für stationäre Kinder:
Falls Sie bei einer akuten Erkrankung Ihres Kindes eine begleitende Therapie wünschen, wenden Sie sich an unser Stationsteam.

Für ambulante Kinder:
Beim ersten Termin erfolgt ein ausführliches Erstgespräch. Dabei sind neben den Beschwerden vor allem auch die Lebensgewohnheiten wie Essen, Schlafen, Trinken, Freizeitaktivitäten und soziales Umfeld von Bedeutung. Sie erhalten daher vor dem Erstgespräch einen ausführlichen Fragebogen, welchen Sie bitte zum ersten Termin ausgefüllt mitbringen.

Eine Akupunkturbehandlung erfolgt zumeist 7-10 mal, jeweils im Abstand von 1 Woche. Bei akuten Erkrankungen ist auch eine häufigere Behandlung möglich.

Kosten

Die Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Oft sind diese Leistungen bei der Krankenkasse nicht erstattungsfähig. Bitte erfragen Sie bei Ihre Krankenkasse individuelle Möglichkeiten der Übernahme von Untersuchungs- und Behandlungskosten.

Die begleitende Therapie im Akutfall auf Station ist kostenfrei.

An wen wende ich mich?

Für eine begleitende Therapie im Akutfall wenden Sie sich an das Stationsteam. Für eine ausführliche Erstanamnese inkl. individueller Therapieplanung (Dauer ca. 1 Stunde) sowie für mögliche Folgetermine vereinbaren Sie bitte einen Termin bei Frau Dr. Catharina Amarell, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Naturheilverfahren, Akupunktur.

catharina.amarell@st-marien-la.de

Sprechstunden

Dienstag 8:00 – 13:00 Uhr
Freitag 13:00 – 16:00 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Telefon: 0871 852 – 1287