Atemtherapie

Reflektorische Atemtherapie

Die Reflektorische Atemtherapie wurde in den 50er Jahren von Herrn Dr. Johannes Ludwig Schmitt in Zusammenarbeit mit der Krankengymnastin Frau Liselotte Brüne in seiner Klinik entwickelt. Die Reflektorische Atemtherapie beeinflusst durch periphere Reizsetzung unwillkürlich die Atemform. Die dadurch veränderten Atembewegungen werden vom Patienten als spürbare Erleichterung wahrgenommen. Zielsetzung ist eine vermehrte Lungenbelüftung, Lösung von Bronchialschleim, beweglicheres Zwerchfell, normalisierter Tonus der Atemhilfsmuskeln und verbesserte Beweglichkeit aller Gelenke. Die Reflektorische Atemtherapie gibt so dem Krankengymnasten ein vielfältiges und sehr effektives Instrumentarium an die Hand, um Patienten mit akuten Symptomen wie auch chronisch Kranken spürbare Erleichterung zu verschaffen.

Techniken

Passive Techniken: sind heisse Kompressen auf dem Thorax als Einleitung der Behandlung. Traktionen, Quermassagen an Muskeln, Sehnen und Sehnenansätzen, Reizgriffe, Vibrationen und Mobilisationen an Wirbelsäulenabschnitten und den sterno-costalgelenken. Als aktive Techniken bezeichnen wir die Reflektorische Atemgymnastik. Es sind in mehrfachem Wechsel im Zeitlupenthempo eingenommene Stellungen, Dehnhaltungen, Gleichgewichtsübungen (modifizierte Yogaübungen). Diese Körperstellungen werden über einen an den Fähigkeiten des Patienten orientierten Zeitraum gehalten. Anschliessend entstehen in der Entspannungslage tiefe Atemzüge (sog. Nachatmung). Der Patient soll sein erarbeitetes Übungspensum zu Hause täglich wiederholen, um sich Beweglichkeit und erweiterte Atemform zu erhalten. Die Reflektorische Atemtherapie ist vielseitig anwendbar, weil sie nicht nur über vermehrte Lungenbelüftung und Atemformerweiterung, sondern auch über viele Regelkreise des menschlichen Körpers die Eigenregulation stimuliert.